Michael Bause | Malerei

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Michael Bause | Malerei, 7 octobre 2016 19:00, Galerie oqbo

Michael Bause | Malerei

8. Oktober 2016 bis 5. November 2016
Eröffnung | Freitag 7. Oktober 2016 | 19 Uhr

Veranstaltung während der Ausstellung:

| Mittwoch | Gesprächsrunde

Mittwoch | 2. November 2016 | 20 Uhr
Zu Landschaftsansichten
Der Filmemacher Christian Petzold und der Autor, Musiker und DJ Thomas Meinecke im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Nils Plath über die Bedeutung
von Landschaft für Film, Literatur und Kunst.

Technisch gesehen ist Michael Bause ein klassischer, abstrakt arbeitender Maler – nicht aber, was seine Materialien angeht. In seinen Arbeiten kommen Lacke, Acrylfarben und Retuschefarben aus der Farbfotografie zum Einsatz. Innerhalb eines Bildes legt er meist ein bestimmtes Farbspektrum fest, dass er z.B. auf Sei- ten in Modemagazinen findet. Dies verwendet er dann als eine Art vorgegebenen Farbkasten und bedient sich für ein Bild dann auch nur aus diesem Spektrum. Wenn die verwendeten Farben dann einmal so festgelegt sind, konzentriert er sich im Malprozess ganz auf das Formale und die Farbsetzung. Als Bildträger verwendet Michael Bause Leinwände, die auf breite, dicke Holzrahmen aufgezogen sind, was den Gemälden Tiefe und auch etwas Objekthaftes verleiht.

Ausgangsbasis eines jeden Bildes ist eine monochrome Grundfläche. Auf diese Fläche setzt er die verschiedenen Farben, die durch ihre unterschiedliche Konsistenz in verdichteten Farbflächen eine vielschichtige Struktur aufbauen. Auch je nach Lichteinfall und Betrachterwinkel können Teile der Bilder matt, glänzend oder transparent wirken, und man fragt sich mehr als einmal, welche Schicht denn nun wirklich ganz oben liegt. Spannend hierbei ist auch die unterschiedliche Beschaffenheit der verwendeten Farben. Besonders die Retuschefarben haben einen großen Einfluss auf das fertige Bild. Obwohl sie meist ganz unten liegen, kommen sie im Trocknungsprozess durch die verschiedenen Schichten immer wieder an die Oberfläche durch.

Auch die Lacke reagieren auf die anderen Farben und können diese regelrecht aus den unteren Schichten nach oben ziehen und sich mit ihnen verbinden. Bei der Bildgestaltung ist also auch immer der Zufall dabei, der vom Künstler allerdings beständig gesteuert wird und er stets die Kontrolle über die Komposition behält. Erst wenn alle Farben vollständig getrocknet sind, sieht man ihre endgültige Wirkung und ihr finales Zusammenspiel.

Die Formate variieren, die Herangehensweise ist jedoch immer dieselbe. Im Atelier liegen die Leinwände flach, oft arbeitet Bause an bis zu acht oder neun Bildern gleichzeitig, auch weil eben der Trockenprozess sehr lange dauert. Bei größeren Farbflächen hebt Bause dann auch die Leinwand an und lässt über- schüssige Farbe an der Seite herunterlaufen. Anschließend baut er Schicht um Schicht mit verschiedenen Farben einen Bildraum auf, immer darauf bedacht, die Balance zwischen den einzelnen Elementen zu halten. Zentral ist dabei immer die Wirkung von Farbklängen und das Zusammenspiel von einzelnen Farben. Oft schiebt sich eine Form von oben links in das Bild hinein. Auch wenn Michael Bause an mehreren Werken gleichzeitig arbeitet, beschreibt er seine Arbeitsweise nicht als seriell. Ab und an kommt es allerdings vor, dass er ein Motiv, das ihn interessiert, aufgreift bzw. wiederholt.

(aus der Eröffnungsrede von Anna Wondrak zur Ausstellung im Bildersaal der Artothek München vom 7. April 2016)

Michael Bause | Malerei was last modified: octobre 4th, 2016 by Rennes
@Galerie oqbo Berlin